Leseprobe: Generation Porno
Vorwort
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich schreibe diese Zeilen nicht nur als Autor, sondern vor allem als Vater. Wie viele von euch saß auch ich oft im Wohnzimmer und dachte, meine Kinder seien im Zimmer nebenan in Sicherheit. Wir glauben, dass wir sie schützen, wenn wir über Bildschirmzeiten und soziale Medien diskutieren. Doch die Wahrheit ist viel erschütternder: Während wir uns über Katzenvideos auf TikTok streiten, findet auf den Displays unserer Kinder eine stille, dunkle Revolution statt.
In den letzten Monaten habe ich Protokolle gehört, die mich zum Weinen gebracht haben. Ich habe mit Jugendlichen wie Lukas, Jan, Sarah und Elena gesprochen. Ihre Geschichten sind keine Einzelfälle; sie sind das Ergebnis einer eiskalten Milliardenindustrie, die unsere Kinder als Beute betrachtet.
Dieses Buch ist mein persönlicher Weckruf. Es soll euch nicht nur die Augen öffnen, sondern euch die Kraft geben, gemeinsam mit mir den digitalen Schutzwall hochzuziehen, den unsere Kinder so dringend brauchen.
Ihr Michael Schild
Leseprobe: Generation Porno
Kapitel 1: Der verbotene Reiterhof
Stell dir vor, du sitzt am Abendbrottisch und musst deiner 12-jährigen Tochter erklären, warum sie ab morgen keine Pferdevideos oder lustigen Katzen-Clips mehr auf Instagram oder TikTok sehen darf. Warum? Weil die Politik plötzlich den Jugendschutz als Wahlkampfschlager entdeckt hat. Social-Media-Kanäle sollen für Minderjährige am besten komplett gesperrt werden. Der Aufschrei in Berlin und Brüssel ist ohrenbetäubend: „Wir müssen unsere Kinder vor Algorithmen schützen!“.
Ich schaue meine Tochter an und frage mich: Ist das wirklich unser größtes Problem?. Während wir über wiehernde Ponys diskutieren, findet im Nebenzimmer eine viel dunklere Revolution statt. In Ländern wie Russland oder im Iran werden Plattformen innerhalb von Stunden abgeschaltet, wenn sie der Regierung nicht passen – die technologische Macht ist also da. Aber in Deutschland bekommen wir es nicht einmal hin, Kinder vor den brutalsten Inhalten zu schützen.
Der Klick in den Abgrund
Ein Vater aus meiner Nachbarschaft hat neulich seinen 15-jährigen Sohn „erwischt“. Nicht bei einem TikTok-Tanz. Der Junge saß vor Hardcore-Portalen. Das Erschreckende war nicht die Entdeckung an sich – wir waren mit 14 oder 15 auch neugierig. Aber wir wurden niemals einer industriellen Flut von Hardcore-Material ausgesetzt, die man wie einen Instagram-Feed durchscrollen kann.
Der Sohn meines Nachbarn war täglich mehrere Stunden auf diesen Seiten unterwegs. Sein Fokus? Anal und BDSM. Kategorien, die früher nur in den dunkelsten Ecken von Videotheken existierten, sind heute für jedes Kind mit einem Smartphone nur zwei Klicks entfernt. Kostenlos. Immer verfügbar.
Die deformierte Sexualität
Wir müssen uns die Frage stellen: Wenn ein Jugendlicher jeden Tag sieht, wie Gewalt und Erniedrigung als „Sex“ verkauft werden – was macht das mit seinem Bild von Frauen?. Wenn er mit 14 bereits abstumpft, was verlangt er dann von seiner ersten Freundin?. Wir beobachten einen besorgniserregenden Anstieg der sexuellen Übergriffe durch junge Täter. Ist das ein Zufall?.
Während die Politik Scheingefechte gegen TikTok führt, lässt sie die wirklichen Gefahrenherde unberührt. Das ist keine Schutzstrategie – das ist ein Totalversagen.
Das Protokoll von Lukas (11 Jahre)
Lukas ist ein ganz normaler Junge. Er spielt Fußball, mag Pizza und liebt Videospiele. An einem Dienstag suchte er nach einem Tutorial für sein Lieblingsspiel. Er hatte auf dem Schulhof von einem „Cheat-Code“ gehört. Lukas klickte auf die automatische Vervollständigung seiner Suchanfrage. Er landete auf einer Seite, die wie ein normales Videoportal aussah.
„Ich wollte nur sehen, wie man das Level schafft“, erzählte Lukas viel später unter Tränen. „Plötzlich war da kein Spiel mehr. Da war ein Bild von einer Frau. Sie wurde gequält.“. Lukas erlebte ein „Schock-Gefrieren“. Sein kindliches Gehirn wurde mit Adrenalin und Cortisol geflutet. „Ich war wie eingefroren“, sagt er. „Meine Hände haben gezittert, aber ich konnte das Tablet nicht weglegen.“. Lukas wurde Opfer von professionellem Keyword-Hijacking. Die Porno-Industrie kauft gezielt Begriffe ein, die bei Kindern populär sind. Sie kapern die Neugier der Kinder, um sie aus dem Hinterhalt zu traumatisieren.
Lukas erzählte seinen Eltern monatelang nichts. Er trug das Bild wie einen giftigen Stein mit sich herum. Warum? Weil er das Gefühl hatte, er hätte etwas Verbotenes getan. Diese Scham ist die mächtigste Waffe der Pornmafia.
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