LESERPROBE: All Inclusive in den Tod (Hannes König – Band 3)
Kapitel 1: Drei Engel für AIDA (oder eher zwei Bengel und ein Drache)
Der Montagmorgen in Langenberg begann für Hannes König mit einer strategischen Entscheidung, die eines Feldherrn würdig gewesen wäre. Er stand vor dem Spiegel, betrachtete sein knitteriges Gesicht und nickte entschlossen. „Man muss auf alles vorbereitet sein“, murmelte er seinem Spiegelbild zu. „Auch auf Schiffbruch.“
Zehn Minuten später schob er die Glastür von Frau Wiegands Kiosk auf. „Morgen, Charlotte. Heute brauche ich zwei Stangen Zigarillos.“ Frau Wiegand hob eine perfekt gezupfte Augenbraue. „Zwei? Planen Sie einen Weltrekord im Kettenrauchen?“ Hannes lehnte sich verschwörerisch über den Tresen. „Vorsorge, Charlotte. Stellen Sie sich vor, man gerät in Seenot, strandet auf einer einsamen Insel, und dann? Kein Strom, kein Wasser – das geht ja noch. Aber kein Tabak? Das wäre der wahre Untergang.“
Was Hannes zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Er würde bald auf einem schwimmenden Plattenbau namens „Ocean Giant“ landen. Seine Wirtin Elfriede hatte dank eines großzügigen Finderlohns aus einem vorherigen Fall Nägel mit Köpfen gemacht. „Männer“, verkündete sie feierlich im ‚Alt Langenberg‘ und knallte drei bunte Umschläge auf den Tisch. „Packt die Badehosen ein. Mittelmeer. All Inclusive. Wir drei.“
Hannes seufzte tief, ein Geräusch wie ein alter Blasebalg kurz vor dem Exitus. Zehn Tage mit Elfriede und seinem ehemaligen Kollegen Gerd auf engstem Raum. Umgeben von Wasser, aus dem man nicht fliehen konnte.
Der Umschwung: Schatten im Paradies
Die Reise begann wie ein Traum aus Buffet und Freibier, doch die Idylle trügt. Menschen verschwinden spurlos von Bord. Erst ein frisch verheirateter Ehemann, dann eine junge Influencerin, schließlich eine betrunkene Braut. Hannes’ Jagdinstinkt erwacht. Er stößt auf die Spur eines religiösen Fanatikers, der das Schiff von „Sündern“ reinigen will. Doch die Situation eskaliert völlig: Das Schiff liegt plötzlich tot im Wasser. Eine Bombendrohung erreicht die Brücke.
„Gottes Zorn trifft die Gerechten wie die Ungerechten“, heißt es in der Mail. Der Täter hat das Schiff vermint.
Das Finale: Drei Wetter Taft und ein fliegender Rentner
Während Gerd Pöhlmann auf der Brücke versucht, einen panischen Kapitän an der Evakuierung zu hindern – die sofort die Bomben zünden würde –, begibt sich Hannes in die Eingeweide des Schiffes.
Er zwängt sich durch die Lüftungsschächte, die Beine angezogen wie eine gespannte Feder. Auf seiner Brust liegt eine schwere Magnumflasche Champagner. Unter ihm, im Lagerraum, sitzt Maria Gottwald, die Frau des Attentäters. Ihr Daumen ruht auf einem Totmannschalter. Wenn sie loslässt, fliegt alles in die Luft. Hannes atmet tief durch. „Abflug“, knurrte er. Mit einem urweltlichen Schrei tritt er das Gitter durch und stürzt wie ein menschlicher Rammbock drei Meter in die Tiefe, direkt auf die Frau, um den Zünder mit purer Körperkraft zu fixieren.
Gleichzeitig in der Bordkapelle: Elfriede steht dem wahnsinnigen Dr. Gottwald gegenüber, der die „Reinigung“ live ins Internet streamt. Gottwald glaubt sich am Ziel, doch er hat die Rechnung ohne eine Langenberger Wirtin gemacht. „Wissen Sie, was die Welt sehen soll?“, zischelt Elfriede. „Dass man sich mit einer Langenbergerin besser nicht anlegt!“ Mit einer blitzschnellen Bewegung reißt sie eine Dose Drei Wetter Taft (Extra Stark) hoch und sprüht dem Terroristen den chemischen Nebel direkt in die Augen. Während er aufschreit, schwingt sie ihre schwere Lederhandtasche wie einen Morgenstern. KLAWUMM.
Epilog: Daheim ist daheim
Vier Tage später. Das Wetter im Bergischen Land zeigt sich von seiner verlässlichsten Seite: Es regnet Bindfäden. Hannes parkt seinen alten Opel vor dem Haus. Sein erster Weg führt ihn zum Kiosk. „Sagen wir mal so, Frau Wiegand“, brummt er und zündet sich den ersten Zigarillo in heimischer Luft an. „Der Urlaub war… explosiv.“
Wenig später im „Alt Langenberg“ klirren die Gläser mit dem guten Cognac. Der Fall ist gelöst, die Welt ist wieder im Lot. „Auf Langenberg“, sagt Hannes. „Und darauf, dass wir hier keine Serienkiller haben. Höchstens mal jemanden, der seinen Deckel nicht bezahlt.“
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